Ein gebrauchtes Wochenende für den TSV * Damen und Herren ohne Punkte * 1. Mannschaft erstmals ohne eigenen Torerfolg *
Ein Fußball Wochenende wie es keiner braucht. Aber auch so etwas gibt es nun einmal. Kürzlich feierte der TSV noch komplette Spieltage ohne Niederlage, diesmal gab es überhaupt nichts, woran man sich hätte erfreuen können. Nach dem 1 : 2 der Damen am Samstag in Großostheim, blieben am Sonntag auch die beiden Herrenteams ohne Sieg, ja selbst ohne Punktgewinn.
Damen, Kreisliga: VfR Großostheim - TSV 2012 2 : 1 (0:1)
Es fing so gut an. Nach gerade einmal 10 Minuten lag der TSVNW auf dem Kunstrasenplatz des Großostheimer Bachgaustadions mit 1 : 0 in Führung und hatte kurz darauf zwei weitere große Möglichkeiten um eine frühzeitige Vorentscheidung herbeizuführen. Doch die Chancen blieben ungenutzt und der TSV machte sich gegen Ende der ersten Halbzeit das Leben selber schwer, indem man leichtsinnig agierte und den Gegner, der bis dahin eher harmlos agierte, somit stark machte.
Auch der sogenannte Unparteiische leistete einen großen Beitrag dazu, daß die Partie kippte. Es ist immer problematisch, wenn - wie in der Damen Kreisliga üblich - ein Schiedsrichter aus der näheren Umgebung des Heimvereins stammt. Das war auch in Großostheim so, wo sich Schiri und Verantwortliche des VfR freundschaftlich begrüßten und abklatschten. So durfte der Trainer der Heimmannschaft seine Coaching Zone bis weit über diejenige des TSV hinaus ausdehnen. Ein weiterer Betreuer stand etwa zwei Minuten lang auf dem Platz um auf den Referee einzureden, als jener die Übersicht verloren hatte. Folgendes hatte sich zugetragen: Laura Haberkorn lief auf den Sechzehner der Gastgeberinnen zu, hatte nur noch die gegenerische Torfrau vor sich. Diese kam aus ihrem Tor heraus, hatte beide Hände flach auf Kopfhöhe gehoben und traf damit Haberkorn im Gesicht. Diese brach daraufhin zusammen. Hier hätte der Unparteiische auf Foul und Freistoß für Neuhütten - Wiesthal erkennen müssen. Stattdessen lief er dem Ball nach, welcher etwa am Eckpunkt hinter der Torauslinie lag. Von der TSV Bank rief Trainer Patrick Kunkel mehrfach hinein, ob er auf's Spielfeld kommen könne, um seiner Spielerin helfen zu dürfen. Haberkorn stand mittlerweile am Zaun außerhalb des Spielfeldes, während der o.g. Betreuer mit dem Schiedsrichter sprach. Daraufhin gab es Freistoß. Allerdings nicht für den TSV, sondern für die Hausherrinen.
Der gleiche Betreuer, so er überhaupt einer war (seine Zivilkleidung deutete jedenfalls nicht darauf hin), rief einer VfR Spielerin vor einem Freistoß zu, sie solle der "Grünen", also einer TSV Spielerin in der Mauer, den Ball doch einfach per Blattschuß in den Bauch schießen. Das war nichts anderes als eine Aufforderung zur Körperverletzung. Als der gw12er Reporter ihn daraufhin ansprach, gab er zwar zu, damit über das Ziel hinaus geschossen zu haben. Doch sollte Menschen sollte man nicht in die Nähe eines Fußballplatzes lassen.
Die beiden Treffer für Großostheim fielen im Übrigen durch zwei Freistöße, die es nie hätte geben dürfen. Vor dem ersten nämlich hatte eine VfR Spielerin den Ball mit der Hand gespielt, es hätte also Freistoß für die Gäste geben müssen. Der zweite Freistoß, vor dem sich die obige Szene zugetragen hatte, war keiner, weil in einem Laufduell mit Maureen Roth die Spielerin auf den Ball trat und daraufhin zu Boden fiel.
Am Ende ein Spiel, das einen ganz faden Nachgeschmack hinterlässt. So sollte Fußball nicht gespielt werden.
Tore: 0:1 Laura Haberkorn (10.) 1:1; 2:1 Lang (51.; 57.) Schiedsrichter: Klaus Schwenkert (Mainaschaff) Zuschauer: 20
Herren, Kreisliga: FC Wiesenfeld/Halsbach - TSV 2012 4 : 0 (3:0)
Nein, der FCWH war gegenüber dem TSVNW keinesfalls um vier Tore besser. Doch der Gastgeber nutzte seine Möglichkeiten, während die grünweißen Kicker, diesmal komplett in schwarz angetreten, seine zahlreichen Chancen nicht in Tore ummünzen konnte. Dereinst von der lokalen Presse als Ballermänner bezeichnet, blieb die Torfabrik in der Partie in Halsbach erstmalig in dieser Saison ohne eigenen Torerfolg. Oder wie es Michael Mehling, Abteilungsleiter der Gastgeber gegenüber dem Main Echo formulierte: "Die hätten drei Stunden spielen können und häten kein Tor geschossen."
Die Hausherren ließen Ball und Gegner laufen, spielten sich mit schönen Kombinationen immer wieder vor den TSV Kasten und kamen durch einen solchen Angriff über die linke Seite auch zur 1 : 0 Führung durch Stefan Braun in der 20. Minute. Nur vier Minuten darauf erhöhte Christopher Schaub mittels eines zweifelhaften Handelfmeters auf 2 : 0 für die Roten. Zweifelhaft deshalb, weil der Schiedsrichter lange mit einem Pfiff wartete und wohl erst auf Zuruf der Gastgeber auf den ominösen Punkt zeigte.
Der TSV aber steckte auch nach diesem Rückstand nicht auf, nahm den Kampf an und tauchte vor allem in Form von Lukas Staab und Marco Kißner immer wieder gefährlich vor dem FC Kasten auf. Doch hatte Wiesenfeld/Halsbachs Keeper Wolpert anfänglich noch so seine Probleme mit dem Festhalten des Leders, so schoß der TSV ihn allmählich warm.
Kurz vor der Halbzeit dann ein weiterer Treffer für die Hausherren, als Braun aus etwa zehn Metern eine Flanke von links volley in die Maschen drosch (41.). Mit dem 3 : 0 war die Messe wohl gesungen.
Denn auch im zweiten Durchgang hatten die Gäste zwar zahlreiche Torchancen, konnten allerdings nicht eine davon verwerten. Ein rund 20minütiges Powerplay zu Beginn der zweiten 45 Minuten sah optisch gut aus, zeitigte allerdings nicht den gewünschten Erfolg.
Das 4 : 0 für Wiesenfeld/Halsbach fiel ausgerechnet durch Sven Ludwig, der vor der Saison auch beim TSV im Gespräch war. Damit war die Aulenbach / Breitenbach Elf letztlich endgültig düpiert.
Nun gilt es, am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen Gemünden / Seifriedsburg in Wiesthal den Negativtrend zu stoppen um wieder Anschluß an die Spitze herstellen zu können.
Tore: 1:0 Braun (20.) 2:0 Schaub (24./HE) 3:0 Braun (41.) 4:0 Ludwig (87.) Schiedsrichter: Erwin Fleischmann (Randersacker) Zuschauer: 200
A - Klasse: VfB Hafenlohr - TSV 2012 II 3 : 1 (1:0)
Wieder nix. Auch beim VfB Hafenlohr konnte die 2. Mannschaft des TSV ihren Abwärtstrend nicht stoppen. Die Hausherren hatten klar mehr Ballbesitz, ergo auch mehr Torchancen. Doch bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Weigand, der wie üblich mit dem Fahrrad zum Spielort gekommen war, schaffte es lediglich Johannes Leimeister einmal, Seb Krautwald im TSV Kasten zu bezwingen (27.).
Kurz nach Wiederbeginn war es der gleiche Spieler, der auf 2 : 0 für den VfB erhöhte. Spannend wurde es noch einmal, als Daniel Bloier mit seinem ersten Saisontreffer auf 1 : 2 verkürzen konnte. Quasi mit dem Schlusspfiff stellte Willy Formatschek den 3 : 1 Endstand her.
Tore: 1:0; 2:0 Leimeister (27.;47.) 2:1 Daniel Bloier (74.) 3:1 Formatschek (90.+1) Schiedsrichter: Peter Weigand (Gemünden) Zuschauer: 50
Fotos: Ralf Hartung
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