Montag, 10. September 2012

1 : 0 - Wie der TSV dem Topfavoriten ein Bein stellte

Kreisliga: Auswärtssieg in Altenbuch * Kreisklasse: Knappe Niederlage beim Tabellenführer * B - Klasse: Tja, ähem

Zwischen Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Für die drei Herrenmannschaften des grünweißen Fußballclubs aus dem Hochspessart taten sich am Samstag und Sonntag Welten auf. Während das Kreisliga Team mit dem 1 : 0 Erfolg beim SV Altenbuch nicht nur den ersten Auswärtssieg schaffte, sondern damit auch den neben dem SV Altfeld höchstgehandelten Titelfavoriten entzauberte, mußte die Rumpfelf, welche in der Kreisklasse beim souveränen Tabellenführer in Waldbrunn antrat, eine letztlich ebenso knappe wie unglückliche Niederlage hinnehmen. Bereits am Samstag vergeigte die B - Klasse Elf bei Baris Spor in Lohr, verdiente sich dabei allerdings einen Fair Play Preis.


Kreisliga: SV Altenbuch  -  TSV 2012   0 : 1 (0:0)

Nach dem 3 : 0 Erfolg zwei Wochen zuvor gegen den anderen Topfavoriten der Kreisliga, den SV Altfeld, fuhr der TSV N-W am Sonntag selbstbewußt zum SV Altenbuch, der ebenfalls als Topteam der Liga eingestuft wird. Bislang hatten die Jungs von Spielertrainer Jochen Winkler acht Punkte aus vier Partien geholt, waren also noch ungeschlagen. Dieses wollten sie natürlich auch weiterhin bleiben. Und so startete die Heimelf mit enormen Offensiv Drang in die Partie und schaffte es zunächst auch, den TSV in dessen eigener Hälfte einzuschnüren.

Besonders in Person von Christoph Zanetti, der u. a. beim FSV Frankfurt und bei Bayern Alzenau gekickt hatte, und Spielertrainer Winkler suchte die Heimelf in den ersten Minuten ihr Glück, doch die TSV Abwehr um Heiko Wirzberger und Christian Kunkel war hellwach und hatte in Philipp "the flying Phil" Wirzberger obendrein einen bombensicheren Keeper hinter sich.

Nach einer Viertelstunde befreite sich die an diesem Sonntag von Andy Schmidt gecoachte Elf des TSV aus der Altenbucher Umklammerung und fand nun minütlich besser ins Spiel. Immer wieder setzten Luca Gentile und seine Mittelfeldkollegen das Sturmduo Bischoff / Englert mit gekonnten Pässen und Flanken in Szene, doch blieb der erhoffte Torerfolg zunächst noch aus. 

So blieb es bis zum Halbzeitpfiff des längst nicht immer auf Ballhöhe agierenden Referees Radermacher beim torlosen Remis.

Im zweiten Abschnitt bot sich den rund 150 Zuschauern, davon wieder ein Gutteil aus Wiesthal und Neuhütten, ein ähnliches Spiel. Beide Teams suchten ihr Heil in der Offensive, denn nur wer Tore schießt, kann ein Spiel auch gewinnen. Beim SVA fiel allerdings auf, daß Zanetti im zweiten Abschnitt deutlich defensiver agierte. Offensichtlich hatte man erkannt, daß Neuhütten-Wiesthal im Angriff mit zunehmender Spieldauer immer stärker wurde. 

Doch auch an Nicklichkeiten und rustikalem Einsatz nahm die Partie in den zweiten 45 Minuten zu. Mehr oder weniger versteckte Fouls, hüben wie drüben, brachten das Blut im Publikum allmählich zum kochen. Mal waren es die SVA Anhänger, welche lautstark skandierten, mal jene des Fusionsclubs.

Nichts zu mäkeln gab es allerdings in der 72. Minute, als TSV - Flitzer Carsten Bischoff an der Strafraumgrenze unsanft von den Beinen geholt wurde. Allerdings hätte es auch nicht verwundert, hätte der Schiri das Foul nach außerhalb des Sechzehners verlegt. Doch diesmal lag Radermacher richtig und deutete unmißverständlich auf den Elfmeterpunkt.

Stürmerkollege Steffen Englert schnappte sich den Ball und verwandelte trocken in die Tormitte  zur 1 : 0 Gästeführung (73.)     

Nun mußten die Hausherren, als Favoriten in die Partie gegangen, einem Rückstand hinterher hecheln. Allerdings zeigten sie sich dabei wenig organisiert. Hektisch und planlos, vor allem was die letzten Minuten, inklusive der knapp vier Minuten Nachspielzeit angeht, versuchte die Winkler Elf doch noch wenigstens einen Punkt zu retten. Dem Trainer bot sich dabei sogar noch die größte Chance, doch traf er in der 80. Minute nur die Latte.

So sicherte sich der TSV 2012 letztlich die Saisonpunkte fünf bis sieben. Sicherlich ein wenig glücklich, aber auf keinen Fall unverdient.

Tore: 0:1 Steffen Englert (73./FE)   Schiedsrichter: Markus Radermacher (Würzburg)   Zuschauer: 150


Kreisklasse:  SV Waldbrunn  -  TSV 2012   3 : 2 (3:1)

Mit nur 12 Spielern hatte der TSV Neuhütten-Wiesthal die Reise zum verlustpunktfreien Tabellenführer SV Waldbrunn angetreten. Zu den üblichen Gründen Urlauber (kaum noch) und Verletzte / Kranke (nach wie vor ein Thema) gesellte sich am Sonntag auch noch die Causa Trainingsfaulheit. Langsam aber sicher müsste der Groschen fallen. Nur wer zum Training kommt, hat auch die Chance zu spielen. Für die Sonntagsspiele in KL und KK standen gerade einmal 25 Fußballer zur Verfügung. Und einige davon hatten schon am Samstag in der B - Klasse gespielt. Hier muß schnellstens ein Umdenken einsetzen, schließlich gilt es Wochenende für Wochenende drei Mannschaften zu stellen. 

Zum Spiel: Mit vier Siegen zum Saisonauftakt und nur einem Gegentor war der SVW erwartungsgemäß an die Spitze der Kreisklasse gestürmt. Rein von der Papierform her war für den TSV im Landkreis Würzburg also nicht viel zu holen. Doch am Ende sollte es nur zu einem knappen Erfolg des Titelanwärters reichen.

Nachdem sich beide Teams anfangs abgetastet hatten, gingen die Hausherren in der 24. Minute durch den quirligen Johannes Hundt mit 1 : 0 in Führung. Doch bejubelte der SVW sein Führungstor noch, als der TSV den fälligen Anstoß ausgeführt und den zum gegenerischen Sechzehner enteilten Alex Gerlein bediente, welcher postwendend den Ausgleich erzielte - 1 : 1 (25.)

Ähnlich der Partie gegen Birkenfeld erarbeitete sich der am Sonntag von Roland Breitenbach gecoachte TSV N-W in der Phase vor dem Seitenwechsel die ein oder andere Möglichkeit. Etwas zählbares sprang dabei leider nicht heraus. Stattdessen versetzten die Gastgeber dem tapfer und aufopferungsvoll kämpfenden TSV 2012 mit einem Doppelschlag den - wie sich letztlich herausstellte - Todesstoß.

Zunächst markierte Manuel Weidner mittels eines Foulelfmeters die erneute Führung für Waldbrunn (42.) und binnen 60 Sekunden erhöhte Markus Hellert auf 3 : 1.

Nach dem Seitenwechsel sahen die rund 100 Zuschauer ein Spiel welches zunächst "so vor sich hinplätscherte", wie TSV Vorstandsmitglied Bernd Grimm es beschrieb. Waldbrunn tat nicht mehr als nötig, Neuhütten-Wiesthal fehlten die Mittel, um die Partie zu drehen. Dennoch machte es der TSV dem Heimteam nicht leicht und als Marcel Karl in der 83. Minute gar auf 2 : 3 aus Gästesicht verkürzen konnte, kam doch noch einmal Spannung auf. 

Letztlich sollte es allerdings nicht mehr zum Punktgewinn reichen, womit Waldbrunn weiterhin Verlustpunktfrei bleibt, während der TSV mit nur einem Punkt auf dem letzten Platz abrutschte. Klar macht die Leistung Mut, doch nun müssen auch mal Punkte eingefahren werden.  Am besten man fängt gleich am Freitag Abend gegen Partenstein damit an.

Tore: 1:0 Hundt (24.)  1:1 Alex Gerlein (25.)  2:1 Weidner (42./FE)  3:1 Hellert (43.)  3:2 Marcel Karl (83.)  Schiedsrichter: Wolfgang Laug (Maidbronn)  Zuschauer: 100   


B - Klasse:  Baris Spor Lohr  -  TSV 2012   11 : 1 (4:0)

Nein, leider handelt es sich beim oben angezeigten Ergebnis nicht um einen Druckfehler. Die B - Klasse Elf des TSV 2012 mußte sich dem FC Baris Spor am Samstag tatsächlich mit 1 : 11 geschlagen geben. Ein ausführlicher Bericht erübrigt sich somit wohl. So recht lesen möchte wohl auch niemand etwas über eine derartige Schlappe.

Eine Aktion sollte aber nicht unerwähnt bleiben. Beim Stande von 6 : 1, als der Drops also längst gelutscht war, verhängte Schiedsrichter Wetekam gegen den Lohrer Tayfun Göbek eine rote Karte. Wetekam, der von sich selbst sagt, türkisch zu verstehen, hatte eine Ankündigung für eine Freistoßvariante als Spielerbeleidigung ("F... dich") verstanden, woraufhin er den roten Karton zückte. Als sich die gesamte Elf der Gastgeber daraufhin um den Unparteiischen versammelte, fragte jener bei den TSV Spielern nach, ob sich dort jemand beleidigt fühle. Der türkischen Sprache nicht mächtig, verneinten die TSV'ler diese Frage. Im Anschluß daran nahm der Schiri den Platzverweis zurück.

Aber ob man bei dem oben erwähnten Zwischenstand das Match gegen nur zehn Gegner noch hätte drehen können?    

Für den TSV gilt nach dieser Niederlage: Kopf hoch, auch wenn der Hals schmutzig ist. nach einem solchen Tal kann es nur noch bergauf gehen.

Tore:  1:0 Zeitz (6.), 2:0 Güngör (12.), 3:0, 4:0 Göbek (27.; 28.), 5:0 Sen (55.), 5:1 Andreas Schanbacher (62.), 6:1 Sen (63.)  7:1, 8:1 Güngör, (69.; 76.) 9:1, 10:1 Aytac (77.; 84.), 11:1  Güngör(90.)  Schiedsrichter: Jan Wetekam (Karlstadt)  Zuschauer: 70



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