Desolate Vorstellung in Urspringen * Kopfballtreffer von Max Ehrlich * Schiedsrichterleistung indiskutabel
Der Schuß ging nach hinten los. Kaum hatte die lokale Presse der 1. Mannschaft des TSV Wiesthal am Freitag den Himmel voller Geigen gehängt, bezog das Team von Rainer Bender am Sonntag fürchterlich Prügel. Mit 1 : 5 verklatschte Wiesthal das letzte Spiel des Jahres 2011 beim TSV Urspringen. Und war dabei im Vergleich zu den Vorwochen überhaupt nicht wieder zu erkennen.
Gute 20 Minuten Tiefschlaf zu Beginn der Partie sorgten bereits frühzeitig für einen Zwei-Tore-Rückstand. Die Urspringer marschierten leichtfüssig durch den Wiesthaler Defensiv Verbund, spielten sich die Bälle sicher in den Fuß und erzielten durch Liss (10.) und Roth (14.) eine beruhigende Führung. Während das komplette Team des TSV 1921 völlig neben sich stand, gingen die Hausherren aggressiv und konzentriert zu Werke, sodaß es beinahe eine halbe Stunde brauchte, ehe das Gästeteam einigermaßen ins Spiel fand, wobei kein einziger Wiesthaler auch nur annähernd seine Normalform erreichte.
Als der TSV allmählich aus seiner Lethargie erwachte, zeigte der sogenannte Unparteiische, Jens Weiske vom Fusionspartner TSV Neuhütten, was er von der Fusion und ganz speziell vom TSV Wiesthal hält. Nachdem Julian Ehrlich allein auf das Urspringer Tor zuhielt, wurde er von einem Verteidiger der Gastgeber via Notbremse brutal umgetreten. Doch Weiske sah hier wohl keine Tätlichkeit und so kam der Sündenbock ohne Verwarnung davon. Besondere Brisanz erhält diese Szene, weil sich im zweiten Durchgang etwas ähnliches ereignete, was mit einem Platzverweis geahndet wurde. Doch dazu später mehr.
Nach dem Seitenwechsel gestaltete Wiesthal das Match ausgeglichener, während die Marschroute bei Urspringen wohl zunächst "halten des Vorsprungs" lautete. Doch nur acht Minuten nach Wiederbeginn erhöhte Wiesner für seine Farben auf 3 : 0 (53.) Der Anschlußtreffer durch Max Ehrlich nur drei Minuten darauf ließ bei den Gästen noch einmal die Hoffnung auf zumindest einen Punkt aufkeimen. Doch schon kurz danach überschlugen sich die Ereignisse. Wiesthal - Goalie Sebastian Krautwald foulte an der Strafraumgrenze einen Urspringer Akteur, wofür er vom planlosen und arroganten Referee mit dem roten Karton bedacht wurde (62.). Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Wenn Weiske in dieser Situation Rot zeigt, dann hätte er auf der anderen Seite im ersten Abschnitt ebenso entscheiden müssen, zumal dort eine klare Torchance vereitelt wurde, während sich bei der Krautwald Aktion die beiden Spieler Richtung Seitanauslinie bewegten, mithin in diesem Fall also keine unmittelbare Torchance vereitelt wurde. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte sich Weiske längst gegen den TSV Wiesthal entschieden. Ein Armutszeugnis par excellence.
Der Rest ist schnell erzählt: Thomas Friedel streifte sich Torwartjersey und Handschuhe über und mußte in der Folgezeit noch zwei Gegentore hinnehmen. Doch einige Male war der gelernte Mittelfeldstratege auch mit Hand und Fuß zur Stelle und machte die ein oder andere Möglichkeit damit noch zunichte.
Wenn Urspringen Berichterstetter Michael Roth im Anschluß an das Spiel der Presse von einer guten Leistung des Schiedsrichters berichtet, so ist das purer Hohn. Dies zeugt jedenfalls nicht von Kompetenz, sondern einzig und allein von Bosheit.
Advent, Advent - beim TSV 1921 brannte am 1. Advent nicht nur ein Lichtlein, sondern gleich der ganze Baum. Nun hat man ein Vierteljahr Zeit, seine Wunden zu lecken, denn die Saison wird erst am 4. März 2012 mit dem Heimspiel gegen den TuS Frammersbach II fortgesetzt.
Tore: 1:0 Liss (10.) ; 2:0 Roth (14.) ; 3 : 0 Wiesner (53.) ; 3 : 1 Max Ehrlich (56.) ; 4:1 Roth (70.) ; 5:1 Schäflein (85.)
Rot: Sebastian Krautwald (Wiesthal, 62.)
Zuschauer: 80
Schiedsrichter: Weiske (Neuhütten)
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